Je radikaler die Musikrichtung, je extremer die Interpreten, je exzessiver die Musikvideos, umso vehementer erheben sich meist Stimmen der Kritik, des Misstrauens sowie das Verlangen nach Zensur. Reto Wehrlis neues Buch, „Verteufelter Heavy Metal“, widmet sich eben diesem Phänomen und gibt einen umfassenden Überblick über die Skandale in der Heavy Metal Szene sowie in Bereichen des Rock/Pop, Filmgenres und sogar Comics und den dortigen Zensureingriffen.
Der Schweizer Psychologe präsentiert ein fundiertes Grundlagenwerk zu den existierenden Vorbehalten gegenüber polarisierenden Bildern, wilden Videos und „bösen“ Texten und prüft Stück für Stück die Vorwürfe gegenüber den Musikern. Viele, zum Teil seltene schwarz-weiß Bilder und Original-Zitate in deutscher Übersetzung runden die Arbeit ab und machen das 741 Seiten starke Buch zu einer abwechslungsreichen und spannenden Lektüre.
Nach einem ausführlichen Grundlagenteil mit historischen Daten, soziologischen und psychologischen Aspekten rücken in einem zweiten Kapitel zahlreiche Falldarstellungen in den Mittelpunkt. Dabei unterscheidet der Autor zwischen der Musikzensur in den USA bzw. Großbritannien bei Musikern wie Alice Cooper, Led Zeppelin oder den Sex Pistols und der Zensur in Deutschland, der Schweiz bzw. Frankreich, wo Wehrli sich z.B. den Bösen Onkelz, Rockbitch oder Rammstein widmet. Der Anhang mit Diskografien und umfangreichen Quellen zum Thema komplettiert die wissenschaftliche Abhandlung des Schweizers.
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